Wenn die Partnerin eine Panikattacke hat: So unterstützt man richtig
Wenn deine Partnerin eine Panikattacke durchlebt, kann das für euch beide überwältigend sein. Das Gute ist: Es gibt konkrete, wissenschaftlich gestützte Wege, wie du in solchen Momenten sinnvoll unterstützen kannst. Mit etwas Verständnis und den richtigen Handgriffen wirst du zur wichtigsten Ressource deiner Partnerin.
Bleib selbst ruhig und präsent
Das Wichtigste ist, dass du deine eigene Nervosität unter Kontrolle hältst. Panikattacken sind ansteckend – wenn du angespannt und verängstigt wirkst, kann sich das auf deine Partnerin übertragen und ihre Angst verstärken. Versuche, bewusst ruhig zu atmen und eine stabile Präsenz auszustrahlen. Deine Ruhe signalisiert ihr unbewusst: "Das ist sicher. Ich bin hier."
Physische Nähe kann beruhigend wirken, aber respektiere ihre Grenzen. Manche Menschen mögen während einer Panikattacke Körperkontakt, andere nicht. Eine ruhige Hand auf der Schulter oder das bloße Dasein in einem sicheren Abstand können beide hilfreich sein.
Das richtige Was und Wie sagen
Deine Worte zählen. Vermeide diese Fehler:
- "Beruhig dich" oder "Es ist nur Angst" – Das minimiert ihre Erfahrung und erzeugt oft eher Frustration
- "Das ist nicht gefährlich" wiederholt aussprechen – Logik hilft während einer Panikattacke nicht
- Medizinische Ratschläge geben – Das kann sich wie Kritik anfühlen
Besser wirken diese Ansätze:
- "Ich bin für dich hier. Du bist nicht allein."
- "Ich sehe, dass du gerade Angst hast. Das ist okay."
- "Ich bleibe bei dir, bis es vorübergeht."
- "Lass uns zusammen atmen" (wenn sie bereit dafür ist)
Aktiv unterstützen: Praktische Techniken
Wenn deine Partnerin offen dafür ist, könnt ihr gemeinsam einfache Bewältigungsstrategien nutzen:
Box-Atmung: Führt sie an, langsam für vier Counts einzuatmen, vier Counts zu halten, vier Counts auszuatmen und vier Counts zu warten. Macht das gemeinsam – deine Atmung wird zum Anker.
Erden (Grounding): Helfe ihr, zur Gegenwart zurückzukehren. "Was kannst du jetzt sehen, hören, fühlen?" Diese sensorischen Fragen lenken die Aufmerksamkeit weg von der inneren Angst.
Sichere Umgebung schaffen: Wenn möglich, einen ruhigen Raum aufsuchen, Lichter dimmen, störende Reize minimieren.
Nach der Panikattacke: Nachsorge
Panikattacken hinterlassen oft Erschöpfung und Scham. Deine Partnerin könnte sich beruhigt oder emotional ausgelaugt fühlen. Hier ist deine Rolle:
- Keine Fragen stellen oder zu schnell zum Alltag übergehen
- Einfach zusammen sein, reden wenn sie möchte, Ruhe wenn sie das braucht
- Später (nicht unmittelbar) offen über ihre Erfahrung sprechen und professionelle Hilfe erwägen
Denke auch an dein Wohlbefinden
Unterstützende zu sein ist erfüllend, kann aber auch emotional anstrengend sein. Es ist völlig normal, dass dich die Panikattacken deiner Partnerin auch belasten. Sprich mit Freunden, informiere dich weiter über Angststörungen und vergiss nicht: Du kannst ihr helfen, aber du bist nicht verantwortlich für ihre Heilung. Diese Verantwortung liegt bei professionellen Fachleuten.
Wenn deine Partnerin regelmäßig Panikattacken erlebt, können therapeutische Apps wie İyiyim ein wichtiger zusätzlicher Baustein sein. Die App bietet praktische Techniken und ein Tagebuch, das euch beide hilft, Muster zu erkennen. Erkundet gemeinsam app.iyiyim.org – es könnte euer Zusammenleben deutlich erleichtern.