Panikattacken

Scham nach Panikattacken: Warum entsteht dieses Gefühl und wie damit umgehen?

· iyiyim-Team · 6 Min. Lesezeit

Nach einer Panikattacke fühlen sich viele Menschen beschämt – auch wenn sie vollkommen verstanden wissen, dass eine Panikattacke eine normale körperliche Reaktion ist. Diese Schamgefühle sind überraschend häufig und können genauso belastend sein wie die Panikattacke selbst. Sie entstehen nicht, weil Sie schwach sind oder etwas "falsch" mit Ihnen stimmt, sondern sind eine nachvollziehbare psychologische Reaktion auf ein intensives Erlebnis.

Woher kommt die Scham nach einer Panikattacke?

Die Scham nach einer Panikattacke hat mehrere Ursprünge. Oft entsteht sie durch die Sorge, dass andere Menschen Ihre Angst bemerkt haben oder Sie beurteilt haben. Besonders wenn die Attacke an öffentlichen Orten stattgefunden hat, kann das Gefühl überwältigend sein.

Ein weiterer wichtiger Faktor ist die sogenannte "Körper-Bewusstsein-Dysphorie". Während einer Panikattacke verlieren Sie das Gefühl von Kontrolle über Ihren Körper. Herzrasen, Zittern, Schwitzen – diese körperlichen Symptome sind sichtbar oder werden von Ihnen intensiv wahrgenommen. Nach der Attacke entsteht oft das Gefühl: "Alle müssen das gesehen haben, alle müssen denken, ich bin seltsam oder instabil."

Es gibt auch einen inneren Kritiker, der nach der Attacke sehr laut wird: Sie kritisieren sich selbst dafür, dass Sie »nicht stark genug« waren, die Angst »unter Kontrolle zu behalten«. Das ist besonders harsch, wenn Sie bereits vorher unter Angstzuständen litten.

Die Scham verstärkt oft den Angstkreislauf

Besonders tückisch ist, dass Scham die Angst vor der nächsten Panikattacke verstärkt. Sie vermeiden Orte, an denen es »passieren könnte«, oder meiden Situationen, in denen Sie öffentlich sichtbar sind. Dies führt zu Vermeidungsverhalten, das den Teufelskreis von Angst und Panik weiter verstärkt.

Praktische Schritte zum Umgang mit Schamgefühlen

Wann brauchen Sie Unterstützung?

Wenn die Schamgefühle so intensiv werden, dass Sie sich isolieren oder in Depressionen verfallen, ist professionelle Unterstützung wichtig. Ein Therapeut kann Ihnen helfen, die Gedankenmuster hinter der Scham zu verstehen und zu verändern.

Auch digitale Ressourcen und spezialisierte Apps können im Alltag sehr hilfreich sein – besonders wenn Sie zwischen therapeutischen Sitzungen Unterstützung benötigen. Mit der richtigen Kombination aus Selbstverständnis und praktischen Strategien lässt sich der Schamkreis durchbrechen.

Sie sind nicht allein mit diesem Gefühl, und es ist wichtig zu wissen, dass Heilung möglich ist. Die İyiyim App begleitet Sie mit evidenzgestützten Techniken und unterstützenden Ressourcen durch schwierige Momente nach Panikattacken – nehmen Sie sich den Raum, den Sie verdienen.

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